Zum Inhalt springen

Freie Kommunikation und Zugang zu Informationen retten Leben

Der Fall von Rahaf al-Qununs Flucht zeigt, wie wichtig es ist, Menschen außerhalb der Nationen zu erreichen, aus denen man entkommen will. Ohne das Internet wären die Distanzen unüberbrückbar, die flüchtende Person effektiv isoliert auf ihrem Weg durch hunderte oder tausende Kilometer feindliches Gebiet. Sie wäre dem Zugriff durch Gegner (im Fall des Islams oft die eigene Familie) oder Organen des Unrechtsstaates ausgeliefert, und niemand würde von ihrem dramatischen Schicksal erfahren. Rahaf hat es geschafft, weil sie aus einem Flughafen in Bangkok einen Hilferuf per Twitter absetzen konnte.

„Ich bin das Mädchen, das es von Kuwait nach Thailand geschafft hat“, schrieb die 18-jährige Rahaf Mohammed al-Qunun. „Mein Leben ist in echter Gefahr, wenn ich gezwungen werde, nach Saudi-Arabien zurückzukehren“.

(Quelle)

Sie hatte sich vom Islam losgesagt, worauf in Saudi-Arabien und acht anderen Ländern die Todesstrafe steht. Frauen haben es sehr schwer, aus Saudi-Arabien zu flüchten, da sie nicht ohne männliche Begleitung verreisen dürfen.

Die plötzliche weltweite Aufmerksamkeit hat das Schicksal der 18-Jährigen vermutlich maßgeblich beeinflusst. Ein saudischer Beauftragter sagte bei einem Treffen mit thailändischen Offiziellen: „Sie hat einen Twitteraccount eröffnet und die Anzahl ihrer Follower ist an einem Tag auf 45.000 angestiegen. Es wäre besser gewesen, man hätte ihr das Handy statt des Passes abgenommen, weil Twitter alles verändert hat.“ Auch Phil Robertson von Human Rights Watch sieht in der Verbreitung des Falls via Twitter den entscheidenden Schritt: „Jeder hat zugesehen. Wenn die sozialen Medien wirken, passiert genau das“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Deswegen ist es für die Demokratie und Menschenrechte enorm wichtig, dass der Zugang zu Informationen und die Kommunikation unbeschränkt sind. Durch den Zugang zu Informationen findet ein globaler Attraktivitätswettbewerb zwischen den Staaten statt, der dafür sorgt, dass den Unrechtsstaaten die Bürger davonlaufen oder sie zumindest Anreiz zu Protesten haben. Durch unbeschränkte Kommunikation können sie sich Hilfe von freien Staaten und Menschen holen.

Ihren Twitter-Account hat Rahaf mittlerweile deaktiviert, weil dort auch Morddrohungen eintrafen.

Rahaf al-Qunun ist nicht der erste Fall und wird nicht der letzte sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert