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Für die Verwendung von „Elter“

Der Singular von „Eltern“ ist „Elter“. Normalerweise setzen sich solche unmittelbar einsichtigen und kurzen Wörter in der Alltagssprache durch, nicht jedoch in diesem Fall. Aus Gründen, über die ich nur spekulieren könnte, ist jemand auf das Wort „Elternteil“ verfallen. Die Herleitung seiner Bedeutung folgt einer einfachen, geradezu kindlichen Logik: Eine einzelne Entität ist ein Teil von mehreren, im Plural stehenden Entitäten. Aber nur in dem speziellen Fall, dass genau zwei Entitäten mit dem Plural bezeichnet werden, ist ein Teil davon zwangsläufig genau eine Entität. Allerdings gibt es den glücklichen evolutionären Zufall, dass sich höhere Lebewesen zweigeschlechtlich fortpflanzen, so dass der Plural „Eltern“ in der Regel genau zwei Personen meint. Ein Teil davon sollte also eine Person sein.

Statistik

Ich wollte herausfinden, wann sich das Wort „Elternteil“ entwickelt hat und wie es im Vergleich zu „Eltern“ abschneidet. Ein leidlich geeignetes Werkzeug dazu ist Google Ngrams, das über einen riesigen Textkorpus hauptsächlich wissenschaftlicher, via OCR digitalisierter, Bücher sucht. Der Suchzeitraum ist 1800 bis 2008.

 

(Interaktive Quelle)

Zusammenhänge

Das Wort „Elternteil“ tritt im Graphen erstmals 1865 auf, dann taucht es eine Weile nicht mehr auf, danach geht sein Trend nach oben.

Mendel veröffentlichte seine Vererbungsregeln 1865, sie fanden jedoch wenig Beachtung. 1900 wurden diese Regeln unabhängig voneinander von den Botanikern Hugo de Vries, Carl Correns und Erich Tschermak wiederentdeckt (siehe Wikipedia). Man sieht den Ausschlag der Popularität von „Elter“ ab 1900.

Kam das Wort „Elternteil“ vielleicht von Mendel selbst, da das erste Auftreten dieses Wortes im Jahr der Veröffentlichung seiner Regeln stattfand? Im digitalisierten Buch konnte ich das Wort nicht finden. Das Wort „Eltern“ erscheint dort 13-mal, das Wort „Elter“ kein Mal.

Die Aufgabe

Verbreitet das Wort „Elter“. Der Erfolg des Wortes „Elternteil“ darf nicht fortwähren.

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