{"id":257,"date":"2018-12-22T16:08:11","date_gmt":"2018-12-22T14:08:11","guid":{"rendered":"http:\/\/hinterdemnebel.de\/?p=257"},"modified":"2019-09-28T15:28:39","modified_gmt":"2019-09-28T14:28:39","slug":"jorge-luis-borges-eine-neue-widerlegung-der-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/2018\/12\/22\/jorge-luis-borges-eine-neue-widerlegung-der-zeit\/","title":{"rendered":"Jorge Luis Borges: Eine neue Widerlegung der Zeit"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man \u00fcber Borges schreiben will, macht man ein gigantisches Fass auf. Aber m\u00f6glicherweise kann ich das in kleinen Etappen tun, wovon dieser Beitrag eine ist. Ich schrieb bereits \u00fcber die <a href=\"http:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/2018\/12\/04\/die-bibliothek-von-babel\/\">Bibliothek von Babel<\/a>. Aktuell lese ich <em>Eine neue Widerlegung der Zeit\u00a0\u2013 und 66 andere Essays<\/em>. Auf dem Buchr\u00fccken hei\u00dft es bereits sehr vielversprechend:<\/p>\n<blockquote><p>Kaum ein Essay ist l\u00e4nger als sechs, sieben Seiten, aber alle best\u00e4tigen, dass der Essayist den Erz\u00e4hler und Lyriker Borges weit \u00fcberragt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das habe ich zuerst als \u00dcbertreibung abgetan, denn seine Erz\u00e4hlungen haben ihn zu einem der wichtigsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts gemacht. Aber schon nach der Lekt\u00fcre einiger Essays muss ich zustimmen, zumal er selbst in seinen Essays einige Passagen hat, die jedem Poeten zur Ehre gereichen w\u00fcrden. Au\u00dferdem zeigt sich seine unfassbare, geradezu <em>unmenschlich<\/em> umfangreiche Bildung, die der Verbindung seines Intellekts mit seiner Leidenschaft f\u00fcr B\u00fccher (er war Bibliothekar) zu verdanken ist. Ich kann nicht einmal erahnen, wie viele B\u00fccher er lesen und hinreichend genau memorieren musste, um beim Schreiben eines Essays die mit zahlreichen Querverweisen (vom Herausgeber des Buches) belegten Verbindungen aufzusp\u00fcren.<\/p>\n<blockquote><p>Sein Leben war Lesen, Bibliotheken waren sein Schicksal. Die Jugend verbrachte der sch\u00fcchterne, stark kurzsichtige Junge \u00fcberwiegend in der Bibliothek des Vaters. Aus ihr, der ersten, schrieb noch der 70j\u00e4hrige, habe er &#8222;vielleicht nie hinausgefunden&#8220;.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\nSeit den ersten deutschen \u00dcbersetzungen waren die Rezensenten in Ehrfurcht erstarrt angesichts der universellen Bildung des Argentiniers und der philosophischen Orchestrierung seiner Prosa.<br \/>\n(<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-13501511.html\">Quelle<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<figure id=\"attachment_259\" aria-describedby=\"caption-attachment-259\" style=\"width: 197px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/hinterdemnebel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Buchseite.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-259 size-medium\" src=\"http:\/\/hinterdemnebel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Buchseite-197x300.jpg\" alt=\"\" width=\"197\" height=\"300\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-259\" class=\"wp-caption-text\">Beispiel f\u00fcr Anmerkungen und Fu\u00dfnoten (mit einer Anmerkung zu einer Fu\u00dfnote)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Aus den bisher von mir gelesenen Essays stelle ich nachfolgend einige Exzerpte zusammen.<\/p>\n<p>Bereits zu Beginn des ersten Essays kommt Borges&#8216; Humor zum Vorschein:<\/p>\n<blockquote><p>Ich habe bemerkt, da\u00df im allgemeinen die Billigung dessen, der sich in der Situation des Lesers befindet, gegen\u00fcber einer rigorosen dialektischen Verkettung nicht mehr ist als tr\u00e4ge Unf\u00e4higkeit dazu, die vom Autor angef\u00fchrten Beweise einzusch\u00e4tzen, sowie verschwommenes Vertrauen auf dessen Redlichkeit. Aber sobald das Buch geschlossen und die Lekt\u00fcre zerstreut ist, bleibt in seinem Ged\u00e4chtnis wenig au\u00dfer einer mehr oder minder willk\u00fcrlichen Synthese der gesamten Lekt\u00fcre. Um diesen offensichtlichen Nachteil zu vermeiden, werde ich in den folgenden Abs\u00e4tzen alle strenge, logische Verkettung verwerfen und Beispiele anh\u00e4ufen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie recht er doch hat! Aber es ist jammerschade, denn eine abstrakte Darstellung ist unendlich viel wertvoller, da sie alle m\u00f6glichen konkreten F\u00e4lle abdeckt. Ich bevorzuge sie, wann immer m\u00f6glich. Genau genommen erweist Borges&#8216; seinen Lesern doch einen B\u00e4rendienst; denn die f\u00fcr ein tiefes Verst\u00e4ndnis notwendige Induktion ist typischerweise schwieriger als eine Deduktion. Der Humor liegt darin, dass er den Intellekt seiner Leser auf\u00a0 elegante Art beleidigt und andeutet, dass er seine Standards bewusst stark senkt. \u00dcbrigens bleiben seine Gedanken aktuell. Man werfe einen Blick auf heutige Diskussionen und den Brauch, dort mit Beispielen oder (meistens unpassenden) Analogien um sich zu werfen. Solche Inhalte sind mit geringem geistigen Aufwand zu konsumieren, was uns in unserer gehetzten, informations\u00fcberfluteten Zeit sehr entgegenkommt. Den Aufwand der Induktion, zur Erlangung echten Verst\u00e4ndnisses, macht sich anschlie\u00dfend selbstverst\u00e4ndlich keiner mehr.<\/p>\n<h2>Gedanken zu Metaphysik und Religion<\/h2>\n<p>Borges hatte eine Vorliebe f\u00fcr metaphysische Literatur, die er f\u00fcr einen Zweig der fantastischen Literatur hielt. Unter den ersten neun Essays finden sich gleich vier, die sich mit religi\u00f6sen Ideen besch\u00e4ftigen: <em>Die Geschichte der Engel<\/em>,\u00a0<em>Die Dauer der H\u00f6lle<\/em>, <em>Eine Rechtfertigung des falschen Basilides<\/em>\u00a0und <em>Eine Rechtfertigung der Kabbala<\/em>.<span id='easy-footnote-1-257' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/2018\/12\/22\/jorge-luis-borges-eine-neue-widerlegung-der-zeit\/#easy-footnote-bottom-1-257' title='Borges scheint ein gewisses Interesse an Rechtfertigungen zu hegen. Es gibt eine Passage in &lt;em&gt;Die Bibliothek von Babel&lt;\/em&gt;, die mir eher weit hergeholt erscheint, in der beschrieben wird, wie Menschen in all den B\u00fcchern nach ihrer eigenen Rechtfertigung suchen.'><sup>1<\/sup><\/a><\/span> Zum ersten steuere ich hier kein Zitat bei, aber ich erw\u00e4hne hiermit die Feststellung, dass gem\u00e4\u00df Bibel die Engel lediglich zwei Tage \u00e4lter sind als die Menschen, da Gott sie am vierten Tage schuf.<\/p>\n<h3><em>Die Dauer der H\u00f6lle<\/em><\/h3>\n<p>Ein interessantes Argument gegen die Ewigkeit der H\u00f6lle, deren Konsequenz ja unendliches Leid w\u00e4re, aus <em>Die Dauer der H\u00f6lle<\/em>:<\/p>\n<blockquote><p>Das \u00e4lteste [Argument] ist das von der bedingten Unsterblichkeit oder Aufl\u00f6sung im Nichts. Die Unsterblichkeit, so argumentiert diese verst\u00e4ndnisvolle Anschauung, ist nicht ein Attribut der gefallenen menschlichen Natur, sie ist eine Gabe Gottes in Christus. Sie kann demzufolge nicht feindlich gegen das n\u00e4mliche Individuum, dem sie gew\u00e4hrt wird, gekehrt werden.<\/p><\/blockquote>\n<h3><em>Eine Rechtfertigung des falschen Basilides<\/em><\/h3>\n<p>Die Grundidee der Kosmogonie des &#8222;Erzketzers Basilides&#8220;, wie sie in <em>Eine Rechtfertigung des falschen Basilides<\/em> beschrieben wird:<\/p>\n<blockquote><p>Am Anfang der Kosmogonie gibt es einen Gott. Diese Gottheit ermangelt auf majest\u00e4tische Art eines Namens ebensowohl wie eines Ursprungs; daher ihre ann\u00e4hernde Benennung <em>&#8222;pater innatus&#8220;<\/em>. Ihr Medium ist das\u00a0<em>pleroma<\/em> oder die F\u00fclle: das unbegreifliche Museum der platonischen Archetypen, der intelligenten Wesenheiten, der Universalien. Als Gott ist er unwandelbar, doch gingen aus seiner Ruhe sieben subalterne Gottheiten hervor, die, indem sie sich zum Handeln herablie\u00dfen, einen ersten Himmel stifteten und ihm vorstanden. Aus dieser ersten demiurgischen Corona trat eine zweite hervor, auch sie mit Engeln, M\u00e4chten und Thronen, und diese begr\u00fcndete einen anderen niedrigeren Himmel, der das symmetrische Duplikat des urspr\u00fcnglichen war. Dieses zweite Konklave wurde in einem dritten reproduziert und dieses in einem noch rangniedrigeren und so fort bis 365. Der Herr des untersten Himmels ist der Herr der Heiligen Schrift, und sein Bruchteil an G\u00f6ttlichkeit betr\u00e4gt nahezu Null.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nicht nur Borges Wortschatz f\u00e4llt hier auf, sondern auch sein Umgang damit. Besonders gef\u00e4llt mir der Begriff &#8222;demiurgische Corona&#8220;. Ein Demiurg ist in der Philosophie ein Weltenerschaffer, die Corona steht bildlich f\u00fcr ein strahlendes Umfeld. Die sieben G\u00f6tter, die aus dem ersten Gott hervorgingen, bilden also eine demiurgische Corona.<\/p>\n<p>Zentral f\u00fcr Basilides&#8216; Kosmogonie ist au\u00dferdem der Doketismus (die Idee, Jesus habe einen materielosen Scheinleib gehabt).<\/p>\n<blockquote><p>Dieser [der Erl\u00f6ser] mu\u00dfte einen illusorischen Leib annehmen, da das Fleisch erniedrigt. Sein von Leiden unber\u00fchrtes Scheinbild hing \u00f6ffentlich am Kreuz, aber der essentielle Christus durchquerte die einander \u00fcberlagernden Himmel und wurde wieder Teil des\u00a0<em>pleroma<\/em>.<\/p><\/blockquote>\n<p>Zudem soll Helena von Troja ebenso beschaffen gewesen sein:<\/p>\n<blockquote><p>&#8230; von der tragischen K\u00f6nigin wurde behauptet, nur ihr\u00a0<em>eidolon<\/em> oder Scheinbild sei nach Troja entf\u00fchrt worden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Borges verweist f\u00fcr diesen Helena-Doketismus auf den\u00a0<em>Phaidros<\/em> von Platon und <a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/adventuresamong03langgoog\/page\/n254\"><em>Adventures among Books\u00a0<\/em>von Andrew Lang, pp. 237-248.<\/a>\u00a0Die genaue Stelle habe ich am Ende von <a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/adventuresamong03langgoog\/page\/n265\">Seite 248<\/a> aufgesp\u00fcrt:<\/p>\n<blockquote><p>As Stesichorus fabled that only an\u00a0<em>eidolon<\/em> of Helen went to Troy, so, except in the &#8222;Iliad&#8220; and &#8222;Odyssey,&#8220; [sic] we meet but shadows of her loveliness, phantasms woven out of clouds, and the light of setting suns.<\/p>\n<p>Wie Stesichorus erz\u00e4hlte, ging nur ein Trugbild von Helena nach Troja, so begegnen wir, au\u00dfer in der &#8222;Ilias&#8220; und &#8222;Odyssee&#8220;, lediglich Schatten ihrer Lieblichkeit, Phantasmen gewebt aus Wolken und dem Licht untergehender Sonnen.<br \/>\n(\u00dcbersetzung von mir)<\/p><\/blockquote>\n<h3><em>Eine Rechtfertigung der Kabbala<\/em><\/h3>\n<p>Im letzten der genannten Essays, <em>Eine Rechtfertigung der Kabbala<\/em>, findet sich eine Sicht auf die Trinit\u00e4t des christlichen Gottes, die ebenso wortgewaltig wie erschreckend und ungew\u00f6hnlich ist.<\/p>\n<blockquote><p>Unm\u00f6glich, den Heiligen Geist zu definieren und die grausige dreieinige Gesellschaft, deren Teil er ist, zu verschweigen. Die Laienkatholiken sehen in ihr ein unendlich korrektes, aber auch unendlich langweiliges Kollegium; die Liberalen einen eitlen theologischen Zerberus, einen Aberglauben, mit dem die zahlreichen Fortschritte des Jahrhunderts schon aufr\u00e4umen werden. Die Trinit\u00e4t reicht selbstverst\u00e4ndlich \u00fcber diese Formeln hinaus. Auf Anhieb stellt sich der Phantasie ihre Auffassung von einem Vater, einem Sohn und einem Geist, die in einem einzigen Organismus ausgebildet sind, als ein Fall intellektueller Teratologie dar, als Mi\u00dfgeburt, die nur das Grauen eines Albtraums geb\u00e4ren konnte. So glaube ich, doch versuche ich zu bedenken, da\u00df jeder Gegenstand, dessen Zweck wir nicht kennen, zun\u00e4chst monstr\u00f6s ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch hier staune ich \u00fcber die W\u00f6rter, die er findet. Der Zerberus mit seinen drei K\u00f6pfen ist sehr bildhaft. Die &#8222;intellektuelle Teratologie&#8220; ist etwas abgehoben. <em>T\u00e9ras<\/em> ist altgriechisch f\u00fcr &#8222;Monster&#8220;, Teratologie ist\u00a0die Lehre der Ursachen von\u00a0Fehlbildungen\u00a0durch Umweltfaktoren (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Teratologie\">wikipedia<\/a>).<br \/>\nJedoch erkennt Borges den Sinn der Trinit\u00e4t:<\/p>\n<blockquote><p>Wir sehen ein, da\u00df ein Verzicht auf die Trinit\u00e4t\u00a0\u2013 oder zumindest die Dualit\u00e4t \u2013 aus Jesus den gelegentlichen Abgesandten des Herrn, einen Zwischenfall der Geschichte machen w\u00fcrde, nicht den unverg\u00e4nglichen fortdauernden Empf\u00e4nger unserer Andacht. Wenn der Sohn nicht der Vater ist, so ist die Erl\u00f6sung kein unmittelbar g\u00f6ttliches Werk; wenn er nicht ewig ist, so ist es auch nicht sein Opfer: da\u00df er sich zum Menschen erniedrigt hat und am Kreuz gestorben ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich finde, dass es eine Parallele zwischen Borges&#8216; Abscheu vor der Vorstellung der Dreifaltigkeit und seinem Unwohlsein in Bezug auf Spiegel gibt, da diese beiden Dinge eine Gemeinsamkeit haben: Die Vervielfachung von Wesen. Zitat aus <em>Tl\u00f6n, Uqbar, Orbis Tertius<\/em>:<\/p>\n<blockquote><p>Vom fernen Ende des Ganges belauerte uns der Spiegel.\u00a0Wir entdeckten (in tiefer Nacht ist diese Entdeckung unvermeidlich), da\u00df Spiegel etwas Monstr\u00f6ses haben. Daraufhin erinnerte sich Bioy Casares, einer der H\u00e4resiarchen von Uqbar habe erkl\u00e4rt, die Spiegel und die Paarung seien abscheulich, weil sie die Zahl der Menschen vervielfachen.<\/p><\/blockquote>\n<h2>Abschlie\u00dfend<\/h2>\n<p>Zum Schluss noch ein (weiterer) Beleg f\u00fcr die eingangs erw\u00e4hnte poetische Sprache (aus <em>Literarischer Genuss<\/em>):<\/p>\n<blockquote><p>Aber es gibt verschiedene Unsterblichkeiten.<br \/>\nEine zarte und sichere Unsterblichkeit [&#8230;] ist die des Dichters, dessen Name mit einem Platz auf der Welt verbunden ist. So die Unsterblichkeit von Burns, die auf Schottlands \u00c4ckern und gem\u00e4chlichen Fl\u00fcssen und H\u00fcgelz\u00fcgen liegt; oder die unseres Carriego, die am versch\u00e4mten, verstohlenen, fast versch\u00fctteten s\u00fcdlichen Stadtrand von Palermo \u00fcberdauert [&#8230;]. Es kommt auch vor, da\u00df jemand in ewigen Dingen unsterblich wird. Der Mond, der Fr\u00fchling, die Nachtigallen verk\u00fcnden Heinrich Heines<span id='easy-footnote-2-257' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/2018\/12\/22\/jorge-luis-borges-eine-neue-widerlegung-der-zeit\/#easy-footnote-bottom-2-257' title='Borges las deutsche B\u00fccher im Original.'><sup>2<\/sup><\/a><\/span> Glorie, das Meer, das grauen Himmel erduldet, die von Swinburne, die langen Bahnsteige und Landungsbr\u00fccken die von Walt Whitman. Aber die besten Unsterblichkeiten\u00a0\u2013 die zur Dom\u00e4ne der Leidenschaft geh\u00f6ren\u00a0\u2013 sind noch unbesetzt. Es gibt keinen Dichter, der die totale Stimme des Liebens, des Hassens, des Todes oder der Verzweiflung w\u00e4re. Das hei\u00dft, die gro\u00dfen Verse der Menschheit sind noch nicht geschrieben. Es ist dies eine Unvollkommenheit, die unsere Hoffnung aufmuntern sollte.<\/p><\/blockquote>\n<h2>Fu\u00dfnoten<\/h2>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man \u00fcber Borges schreiben will, macht man ein gigantisches Fass auf. Aber m\u00f6glicherweise kann ich das in kleinen Etappen tun, wovon dieser Beitrag eine&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/2018\/12\/22\/jorge-luis-borges-eine-neue-widerlegung-der-zeit\/\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">Jorge Luis Borges: Eine neue Widerlegung der Zeit<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8,9,19],"tags":[],"class_list":["post-257","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-literatur","category-philosophie","category-religion","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/257","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=257"}],"version-history":[{"count":27,"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/257\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":868,"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/257\/revisions\/868"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=257"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=257"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=257"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}