{"id":208,"date":"2018-12-04T21:38:17","date_gmt":"2018-12-04T19:38:17","guid":{"rendered":"http:\/\/hinterdemnebel.de\/?p=208"},"modified":"2019-10-17T18:58:10","modified_gmt":"2019-10-17T17:58:10","slug":"die-bibliothek-von-babel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/2018\/12\/04\/die-bibliothek-von-babel\/","title":{"rendered":"Die Bibliothek von Babel"},"content":{"rendered":"<p>Falls mich die Erinnerung nicht tr\u00fcgt, wurde ich auf den von mir sehr verehrten Autor <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jorge_Luis_Borges\">Jorge Luis Borges<\/a> durch die Erz\u00e4hlung <em>Die Bibliothek von Babel<\/em>\u00a0aufmerksam. Wie viele Erz\u00e4hlungen Borges&#8216; dreht sie sich um eine interessante Idee, die auf eine Art erl\u00e4utert wird, die eigentlich eine Mischung aus Essay, Kurzgeschichte, Vision und detaillierter, konsequenter Fiktion ist.\u00a0 Die Idee, die hier im Mittelpunkt steht, ist die einer unendlichen Bibliothek.<span id='easy-footnote-1-208' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/2018\/12\/04\/die-bibliothek-von-babel\/#easy-footnote-bottom-1-208' title='Diese besteht aus mehreren sechseckigen Galerien &amp;#8222;mit weiten Luftsch\u00e4chten in der Mitte [&amp;#8230;]. Zwanzig B\u00fccherregale, f\u00fcnf breite Regale auf jeder Seite, verdecken alle Seiten au\u00dfer zweien. [&amp;#8230;] Eine der freien W\u00e4nde \u00f6ffnet sich auf einen schmalen Gang, der in eine andere Galerie [&amp;#8230;] einm\u00fcndet.&amp;#8220;'><sup>1<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n<p>Jedes Buch dieser Bibliothek hat 410 Seiten mit jeweils 40 Zeilen zu je etwa 80 Zeichen (f\u00fcr Berechnungen nehmen wir den genauen Wert 80). Es gibt 25 verschiedene Schriftzeichen: Die 22 Zeichen des hebr\u00e4ischen Alphabets sowie Leerzeichen, Punkt und Komma. Zu <em>jeder<\/em> der m\u00f6glichen Kombinationen dieser Zeichen existiert genau ein Buch in der Bibliothek.<br \/>\nWie viele Kombinationen gibt es? Ein Buch enth\u00e4lt 410 \u00d7 40\u00a0\u00d7 80 =\u00a01.312.000 Zeichen aus einem Vorrat von 25 verschiedenen Zeichen. Das ergibt 25<sup>1312000<\/sup> m\u00f6gliche Kombinationen, d. h. &#8222;Texte&#8220;. Das entspricht ca. 1,956 multipliziert mit 100000000000000 &#8230; (weitere 1.834.080 Nullen) &#8230; 000. Diese Zahl hat keinen Namen. Aber man k\u00f6nnte ihr\u00a0\u2013 wie einigen anderen gigantischen, speziellen Zahlen auch\u00a0\u2013 einen geben. Ich halte &#8222;Babilliarden&#8220; f\u00fcr passend.<\/p>\n<p>Der Durchmesser der Bibliothek w\u00e4re, <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20180221214110\/http:\/\/www.aartech.de\/es100.html\">wie diese Seite vorrechnet<\/a>, etwa 2,5 \u00d7 10<sup>1.845.199<\/sup> mal so gro\u00df wie der des Universums.<\/p>\n<p>Da alle Kombinationen der Zeichen vorkommen, w\u00fcrde ein Mensch, der sein Leben lang durch die Bibliothek streift, nur mit viel Gl\u00fcck einen einzigen sinnvollen Satz finden. Stellen wir uns einen Satz mit f\u00fcnf W\u00f6rtern zu je f\u00fcnf Buchstaben vor, so w\u00fcrde dieser inklusive Leerzeichen und Punkt aus 30 Zeichen bestehen. F\u00fcr 30 Zeichen gibt es 25<sup>30<\/sup> M\u00f6glichkeiten oder 867.361.737.988.403.547.205.962.240.695.953.369.140.625. Und wie viele davon w\u00e4ren \u00fcberhaupt grammatisch korrekt und inhaltlich sinnvoll? Die Bibliothek ist so gro\u00df, dass es tats\u00e4chlich v\u00f6llig aussichtslos erscheint, ein sinnvolles Buch darin zu finden. Doch das Faszinierende ist, dass sich tats\u00e4chlich <em>jeder<\/em> Text mit 410 oder weniger Seiten in einem der B\u00fccher befindet (Betrachtungen zu Mehrteilern folgen weiter unten). Genaugenommen findet sich ein Text nur dann in <em>genau<\/em>\u00a0<em>einem<\/em> der B\u00fccher, wenn er das Buch exakt f\u00fcllt. Sollte er ein Zeichen zu wenig haben, k\u00f6nnte der Rest mit 25 anderen Zeichen aufgef\u00fcllt werden, so dass der Text entsprechend 25 mal in der Bibliothek st\u00fcnde, jeweils mit einem anderen Auff\u00fcllzeichen. W\u00e4re noch Platz f\u00fcr 30 Zeichen, dann wissen wir aus der obigen Rechnung, was das bedeutet: Der Text st\u00fcnde\u00a0867.361.737.988.403.547.205.962.240.695.953.369.140.625 mal in der Bibliothek, jeweils mit anderen 30 F\u00fcllzeichen am Ende. Und dennoch w\u00e4re es aussichtslos, ihn zu finden. Wie die Zahl explodiert, falls eine ganze Seite am Ende frei w\u00e4re, oder gar noch mehr, ist mental erst recht nicht mehr zu erfassen. Und warum sollten die 30 F\u00fcllzeichen nur am Ende stehen? Sie k\u00f6nnten ja auch zu Beginn stehen. Das verdoppelt die Anzahl der Vorkommen des Textes in der Bibliothek. Es k\u00f6nnten aber auch 11 F\u00fcllzeichen zu Beginn, dann der Text, dann 19 F\u00fcllzeichen stehen. Die F\u00fcllzeichen k\u00f6nnten sich auch auf beliebige Weise \u00fcber das ganze Buch verteilen. Dies w\u00fcrde den Sinngehalt des Textes in der Regel nicht ver\u00e4ndern, weil ein Mensch bei einem Wort wie &#8222;Gitaxrre&#8220; das gemeinte Wort erkennen w\u00fcrde, zumal wir hier von einem sinnvollen Text mit entsprechendem Satzzusammenhang ausgehen. Man sieht, dass die bereits explodierten M\u00f6glichkeiten auf noch viel dramatischere Weise weiter explodieren (wie viele M\u00f6glichkeiten gibt es, alle Kombinationen aus 30 Zeichen in einem 410 Seiten langen Buch zu verteilen?) \u2013 dennoch h\u00e4tte man keine realistische Chance, diesen Text oder <em>irgendeinen<\/em>\u00a0wenigstens halbwegs sinnvollen Text dieser L\u00e4nge zu finden.<\/p>\n<p>In der folgenden Passage z\u00e4hlt Borges beispielhaft einige B\u00fccher auf, die in der Bibliothek stehen.<\/p>\n<blockquote><p><em>In der ungeheuren Bibliothek gibt es nicht zwei identische B\u00fccher<\/em>. Aus diesen unwiderleglichen Pr\u00e4missen folgerte er [ein Bibliothekar], dass die Bibliothek total ist, und dass ihre Regale alle nur m\u00f6glichen Kombinationen der zwanzig und so viel orthographischen Zeichen [&#8230;] verzeichnen, mithin alles, was sich irgend ausdr\u00fccken l\u00e4sst: in s\u00e4mtlichen Sprachen. Alles: die minuti\u00f6se Geschichte der Zukunft, die Autobiographien der Erzengel, den getreuen Katalog der Bibliothek, Tausende und Abertausende falscher Kataloge, den Nachweis ihrer Falschheit, den Nachweis der Falschheit des echten Katalogs, das gnostische Evangelium des Basilides, den Kommentar zu diesem Evangelium, den Kommentar zum Kommentar dieses Evangeliums, die wahrheitsgetreue Darstellung deines Todes, die \u00dcbertragung jeden Buches in s\u00e4mtliche Sprachen, die Interpolationen jeden Buches in allen B\u00fcchern, den Traktat, den Beda h\u00e4tte schreiben k\u00f6nnen (und nicht schrieb), \u00fcber die Mythologie der Angelsachsen, die verlorenen B\u00fccher des Tacitus.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist eine faszinierende Auflistung. Ich m\u00f6chte noch einige andere B\u00fccher erw\u00e4hnen, die sich in der Bibliothek befinden:<\/p>\n<ul>\n<li>Ein Buch, das scheinbar leer ist. Es enth\u00e4lt ausschlie\u00dflich Leerzeichen. Wie jedes Buch in der Bibliothek, ist es einzigartig. Es nimmt meiner Meinung nach jedoch einen herausragenden, sogar legend\u00e4ren Status ein.<\/li>\n<li>Eine Sammlung der verlorenen Schriften aus der niedergebrannten Bibliothek von Alexandria.<\/li>\n<li>Die Biographie jedes Menschen. Sollte ein Mensch in die Bibliothek von Babel kommen, best\u00fcnde die M\u00f6glichkeit, dass er seine Biographie findet, in der steht, wie er in die Bibliothek von Babel kommt und seine Biographie findet.<\/li>\n<li>Alle Variationen von &#8222;Der Herr der Ringe&#8220; (aufgrund des Umfangs auf vier B\u00fccher aufgeteilt), u. a.\n<ul>\n<li>aus Sicht Saurons.<\/li>\n<li>mit Schl\u00fcmpfen statt Hobbits.<\/li>\n<li>mit einem andersfarbigen Kleidungsst\u00fcck von Frodo.<\/li>\n<li>mit dem Unterschied, dass die Horden aus Mordor in freundlicher Absicht kommen und selbstgebackenen Kuchen und Kekse mitbringen.<\/li>\n<li>mit Russen statt Elben. Alle elbischen Texte sind auf Russisch<span id='easy-footnote-2-208' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/2018\/12\/04\/die-bibliothek-von-babel\/#easy-footnote-bottom-2-208' title='Obwohl nur hebr\u00e4ische Schriftzeichen zur Verf\u00fcgung stehen, sind Transliterationen in andere Sprachen m\u00f6glich. Das beste Beispiel liefern die elbischen Texte in &amp;#8222;Der Herr der Ringe&amp;#8220;, die in lateinischen Zeichen geschrieben sind. W\u00e4hrend existierende, auf nat\u00fcrliche Art gewachsene Transliterationen normalerweise Kompromisse eingehen und daher verlustbehaftet sind, ist eine verlustfreie Kodierung eines Alphabets mittels der Zeichen eines anderen Alphabets prinzipiell stets m\u00f6glich. '><sup>2<\/sup><\/a><\/span>. Statt des Elbenk\u00f6nigs Thranduil regiert Putin.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Das Buch, das von der Gesamtheit aller Menschen, die jemals gelebt haben oder noch leben werden, durchschnittlich als am lustigsten empfunden w\u00fcrde.\n<ul>\n<li>nach dieser Bewertungsmethode w\u00fcrde man auch das traurigste, das kurzweiligste, das langweiligste, das obsz\u00f6nste, das r\u00e4tselhafteste etc. Buch finden. Sogar zu jedem Genre (und den speziellsten Untergenres) w\u00fcrde jeweils das beste Buch zu finden sein. Kein Autor w\u00fcrde ein solches Buch jemals \u00fcbertreffen k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Wissenschaftliche B\u00fccher, die Antworten auf s\u00e4mtliche Fragen geben. Es k\u00f6nnten Antworten sein, auf die Menschen niemals gekommen w\u00e4ren. Jedoch m\u00fcsste der Wahrheitsgehalt jedes dieser B\u00fccher \u00fcberpr\u00fcft werden, was der Pr\u00fcfung fast unendlich vieler beliebiger Theorien gleichk\u00e4me. Daraus folgt die Wertlosigkeit dieser B\u00fccher. St\u00fcnde man vor einem bedeutenden Werk, k\u00f6nnte man es nicht als ein solches erkennen. Eine vernunftgesteuerte Forschung w\u00e4re\u00a0\u2013 falls das Universum menschlicher Vernunft komplett zug\u00e4nglich ist\u00a0\u2013 ein effizienterer Weg zur Erkenntnis als die Suche nach dem entsprechenden Buch.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Eigene Anmerkungen, Verweise<\/h2>\n<h3>Verzeichnisse anderer B\u00fccher<\/h3>\n<p>Borges hat in der Auflistung weiter oben &#8222;den getreuen Katalog der Bibliothek&#8220; erw\u00e4hnt. Sein Protagonist \u00e4u\u00dfert in seiner Geschichte das Ziel, Verzeichnisse zu finden, die ihm den Ort anderer, bedeutsamer, B\u00fccher verraten:<\/p>\n<blockquote><p>&#8230; ich bin gepilgert auf der Suche nach einem Buch, vielleicht dem Katalog der Kataloge &#8230;<\/p><\/blockquote>\n<p>Es gibt da jedoch ein Problem. Da zu jeder Kombination der 25 Buchstaben ein Buch existiert, gibt es entsprechend viele B\u00fccher, also auch entsprechend viele Positionen. Wie s\u00e4he in einem Verzeichnis ein Verweis auf ein Buch aus? Es w\u00e4re keinesfalls\u00a0\u2013 wie man aus seinen Erfahrungen mit gew\u00f6hnlichen Verzeichnissen vermuten k\u00f6nnte\u00a0\u2013 eine Zeile, da in dieser viel zu wenig Informationen kodiert werden k\u00f6nnten, um die Position anzugeben. Es gibt <em>Babilliarden<\/em>\u00a0(s. o.) viele Positionen. Da der Inhalt eines Buches als die Darstellung einer Zahl in einem Zahlensystem mit der Basis 25 betrachtet werden kann, w\u00fcrde sich die Position eines anderen Buches exakt mit dem kompletten Inhalt eines anderen Buches darstellen lassen. Oder andersherum betrachtet: Jedes Buch in der Bibliothek gibt mittels seines gesamten Inhaltes die Position genau eines anderen Buches an.<br \/>\nMan sieht, dass leider kein Buch ein Verzeichnis anderer B\u00fccher sein kann.<br \/>\nWem die mathematische Betrachtungsweise nicht liegt, kann es sich folgenderma\u00dfen veranschaulichen: Der Durchmesser der Bibliothek ist, wie gesagt,\u00a0etwa 2,5 \u00d7 10<sup>1.845.199<\/sup> mal so gro\u00df wie der des Universums. Es sollte einleuchtend sein, dass die Beschreibung der Position eines Buches in diesem gigantischen Raum sehr aufwendig sein muss.<\/p>\n<h4>Deckungsgleichheit von Position und Inhalt<\/h4>\n<p>Da jedes Buch die Position eines anderen kodiert, k\u00f6nnte ein Buch an genau der Position stehen, die sein Inhalt bezeichnet. Falls dies bei jedem Buch so w\u00e4re, m\u00fcsste man nicht mehr nach den B\u00fcchern suchen, insofern man den Inhalt kennt. Man w\u00fcsste daher genau, wo sich Franz Kafkas <em>Der Prozess<\/em> bef\u00e4nde. Eine sinnvolle Vorgehensweise f\u00fcr den Aufbau einer Bibliothek mit solcherlei positionierten B\u00fcchern ist es, die Bibliothek erst in 25 Sektoren aufzuteilen, die jeweils f\u00fcr das erste Zeichen stehen (zur Erinnerung: Es wird das hebr\u00e4ische Alphabet zuz\u00fcglich Leerzeichen, Punkt und Komma verwendet). Diese Sektoren werden wiederum in 25 Sektoren aufgeteilt, die f\u00fcr das zweite Zeichen stehen, und so weiter. Die letzten ein oder zwei Unterteilungen grenzen schlie\u00dflich das Buch in einem der hexagonalen R\u00e4ume ein. Die Verschachtelungstiefe all dieser Unterteilungen betr\u00e4gt 1.312.000.<\/p>\n<h3>Kodierungen anderer Inhalte als Texte<\/h3>\n<p>Die 410 Seiten zu je 40 Zeilen zu je 80 Zeichen aus einem Vorrat von 25 Zeichen entsprechen einem Informationsgehalt pro Buch von (log<sub>2<\/sub> 25) \u00d7 410 \u00d7 80 \u00d7 40\u00a0\u2248 6092739,32 Bit. Dies sind etwa 743 KiB (Kibibyte; entspricht etwa 762 kB). Das hat Konsequenzen, die \u00fcber die Vision einer totalen Bibliothek von Borges und seinen Vorg\u00e4ngern weit hinausgehen. Es ist absolut verst\u00e4ndlich, dass sie zu ihrer Zeit noch nicht auf die folgenden Gedanken gekommen sind, die sich einem im Jahr 2019 lebenden Informatiker geradezu aufdr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>In einem Buch lie\u00dfen sich zum Beispiel Bilder speichern. Das folgende Bild im JPEG-Format mit einer Aufl\u00f6sung von 1200\u00a0\u00d7 900 hat eine Gr\u00f6\u00dfe von 159,5 kB (f\u00fcr volle Aufl\u00f6sung anklicken). Es lie\u00dfen sich also fast 5 solcher Bilder in einem Buch unterbringen. Im HEI-Format hat das Bild bei \u00e4hnlicher Qualit\u00e4t nur 119 kB.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/hinterdemnebel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/b7095e402e83db59e65c5598aab689b5e4f06e62.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-894\" src=\"https:\/\/hinterdemnebel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/b7095e402e83db59e65c5598aab689b5e4f06e62-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/hinterdemnebel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/b7095e402e83db59e65c5598aab689b5e4f06e62-300x225.jpg 300w, https:\/\/hinterdemnebel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/b7095e402e83db59e65c5598aab689b5e4f06e62-768x576.jpg 768w, https:\/\/hinterdemnebel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/b7095e402e83db59e65c5598aab689b5e4f06e62-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/hinterdemnebel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/b7095e402e83db59e65c5598aab689b5e4f06e62.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Solche B\u00fccher zu erkennen, ist ein ganz eigenes Problem. Es gibt eine Unzahl B\u00fccher, bei denen eingangs erw\u00e4hnt wird: &#8222;Die folgenden Daten sind im JPEG-Format gespeichert.&#8220; Allerdings wird dies fast nie stimmen. Es k\u00f6nnte ein anderes Format oder purer Unsinn sein, der folgt. Eine Beschreibung des JPEG-Formats kann man auch in einem Buch finden, jedoch beschreibt nur genau ein Buch das Format korrekt. Was f\u00fcr das JPEG-Format gilt, gilt selbstverst\u00e4ndlich auch f\u00fcr andere Formate, von denen wir die meisten noch gar nicht kennen. Die Beschreibung des effizientesten Formats (hinsichtlich wahrgenommener Qualit\u00e4t und Dateigr\u00f6\u00dfe) befindet sich ebenfalls in der Bibliothek. Wer wei\u00df schon, wie viele Bilder sich damit in einem Buch speichern lie\u00dfen?<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die Speicherung von Videos in geringerer Aufl\u00f6sung oder f\u00fcr Tondokumente (Musik, Ger\u00e4usche) lie\u00dfen sich die B\u00fccher nutzen. Aber die M\u00f6glichkeiten erstrecken sich noch dar\u00fcber hinaus, denn jede Information l\u00e4sst sich irgendwie kodieren, darunter fallen auch 3D-Modelle, Computerprogramme und Videospiele.<\/p>\n<p>Was man in den B\u00fcchern finden k\u00f6nnte, dar\u00fcber l\u00e4sst sich fr\u00f6hlich fantasieren:<\/p>\n<ul>\n<li>Ein naturgetreues Foto von Jesus<\/li>\n<li>Eine Tonaufnahme der Verlesung der 10 Gebote durch Moses<\/li>\n<li>Die Todesschreie s\u00e4mtlicher M\u00e4rtyrer<\/li>\n<li>Ein Video von Hitlers Suizid<\/li>\n<li>Eine Weltkarte, auf der alle vergrabenen Piratensch\u00e4tze mit einem X markiert sind\u00a0(sehr speichereffizient w\u00e4re eine Vektorgrafik)<\/li>\n<li>Ein Computerspiel, das einen Menschen in k\u00fcrzester Zeit in den Wahnsinn treibt<\/li>\n<li>Die sch\u00f6nste Melodie<\/li>\n<li>Das Genom eines Bakteriums, das die Menschheit ausl\u00f6schen w\u00fcrde<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weil Daten auch auf mehrere B\u00fccher aufgeteilt werden k\u00f6nnen (siehe weiter unten), sind bei der Gr\u00f6\u00dfe und Totalit\u00e4t der Bibliothek selbstverst\u00e4ndlich alle Meisterwerke der Filmgeschichte (auch verlorene oder noch nicht geschaffene) bei richtiger Zusammenstellung der B\u00fccher in hoher Aufl\u00f6sung vorhanden. Da s\u00e4mtliche Varianten der Filme enthalten sind, kann man sich z. B. auf <em>Titanic<\/em> mit einem alten Albert Einstein statt Leonardo DiCaprio freuen. Oder auf\u00a0<em>Breaking Bad<\/em>, nur dass Skyler das Meth kocht und ihr Mann Walter eine hysterische Nervens\u00e4ge ist; au\u00dferdem l\u00e4uft die Serie r\u00fcckw\u00e4rts, auf aram\u00e4isch und in Zeitlupe.<\/p>\n<p>Weitere Gedanken zur Kodierung beliebiger Daten finden sich in meinem Artikel <a href=\"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/2018\/11\/29\/youtube-als-universeller-datenspeicher\/\"><em>Youtube als universeller Datenspeicher<\/em><\/a>.<\/p>\n<h3>Texte \u00fcber die Bibliothek sind in der Bibliothek<\/h3>\n<p>Dieser Text findet sich in der Bibliothek (in einer entsprechenden Transliteration). Ebenso befinden sich dort alle anderen Texte, die \u00fcber die Bibliothek geschrieben wurden, geschrieben sein werden und niemals geschrieben werden.<\/p>\n<h3>Texte, die sich \u00fcber mehrere B\u00e4nde erstrecken<\/h3>\n<p>Wenn ein Text mehr als 410 Seiten lang ist, muss er sich \u00fcber mehrere B\u00fccher erstrecken. Borges erw\u00e4hnte diesen Umstand nicht, eventuell sah er dies nicht vor. Solange ein Text in ein Buch passt, gilt er f\u00fcr den Leser als unver\u00e4nderliche Tatsache. Bei Texten, die sich \u00fcber mehrere B\u00e4nde erstrecken (diese gibt es zwangsl\u00e4ufig), hat der Leser Wahlfreiheit, welches Buch er als den jeweils n\u00e4chsten Band betrachtet. Beispielsweise w\u00fcrden sich viele der oben genannten Variationen von &#8222;Der Herr der Ringe&#8220; einige B\u00fccher teilen. Die \u00fcbrigen B\u00fccher lie\u00dfen sich frei kombinieren.<\/p>\n<h3>B\u00fccher lassen sich mit anderen verrechnen<\/h3>\n<p>Nach dem Prinzip eines <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/One-Time-Pad\">One-Time-Pads<\/a> kann ein Buch ein anderes Buch quasi entschl\u00fcsseln und in einen sinnvollen Text \u00fcberf\u00fchren. Hierbei wird Zeichen f\u00fcr Zeichen des einen Buches mit dem Zeichen des anderen Buches an derselben Position verrechnet. Es gibt verschiedene Methoden zur Verrechnung. Die einfachste w\u00e4re, den Zeichen die Werte von 0 bis 24 zuzuordnen und diese zu addieren. Falls das Ergebnis gr\u00f6\u00dfer als 24 ist, nimmt man das Ergebnis der Restdivision (Modulo) durch 25 als Ergebnis. Dieses numerische Ergebnis \u00fcbertr\u00e4gt man dann wieder in das entsprechende Zeichen.<br \/>\n<strong>Beispiel:\u00a0<\/strong>Des besseren Verst\u00e4ndnisses halber nehmen wir hier das lateinische Alphabet und weisen den Buchstaben von A bis Z die Werte 0 bis 25 zu; Leerzeichen, Punkt und Komma bekommen die Werte 26 bis 28. Findet ein Abenteurer ein Buch, das mit den Zeichen <i>M.GDZ\u00a0<\/i>beginnt, so erscheint dies erst sinnlos. Er k\u00f6nnte nun ein anderes Buch nehmen und es nach der genannten Methode mit dem ersten verrechnen. Das andere Buch beginnt mit <em>YCFIS.<\/em><\/p>\n<p>In nicht streng mathematischer Notation (Zeichen bzw. ihre numerische Darstellung sind durch eckige Klammern eingefasst) w\u00e4re die Rechnung:<br \/>\n[(M + Y) mod 29] [(. + C) mod 29]\u00a0[(G + F) mod 29]\u00a0[(D + I) mod 29] [(Z + S) mod 29]<br \/>\n=&gt;<br \/>\n[(12 + 19) mod 29] [(27 + 2) mod 29]\u00a0[(6 + 5) mod 29]\u00a0[(3 + 8) mod 29] [25 + 18) mod 29]<br \/>\n=<br \/>\n[7][0][11][11][14]<br \/>\n=&gt;<br \/>\n[H][A][L][L][O]<\/p>\n<p>Die totale Beliebigkeit der Ergebnisse nimmt dieser Methode jedoch etwas von ihrer Faszination. Zu jedem Buch existiert genau ein anderes, das jenes in einen bestimmten Text verwandelt. Dasselbe Buch k\u00f6nnte zu den ersten 410 Seiten der Bibel, zu aufeinanderfolgenden Wiederholungen von Goethes Faust I oder des Satzes &#8222;Ich bin ein sich wiederholender Satz.&#8220;, zu einem Suppen-Rezeptbuch, zum legend\u00e4ren Buch der Leerzeichen und so weiter verrechnet werden. Abh\u00e4ngig ist dies nur von dem zweiten Buch, mit dem das erste verrechnet wird. Jedes der m\u00f6glichen Ergebnisse steht bereits als Buch woanders in der Bibliothek.<\/p>\n<h3>Gravitation und der Verbleib toter Bibliothekare<\/h3>\n<p>Der Erz\u00e4hler schreibt:<\/p>\n<blockquote><p>Wenn ich tot bin, wird es genug mitleidige H\u00e4nde geben, mich \u00fcber das Gel\u00e4nder zu werfen; mein Grab wird die unauslotbare Luft sein; mein Leib wird immer tiefer sinken und sich im Wind des unendlichen Sturzes zersetzen und aufl\u00f6sen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Zum Verst\u00e4ndnis: Es gibt gro\u00dfe Luftsch\u00e4chte, die von einem Gel\u00e4nder umgeben sind. Diese Sch\u00e4chte sind selbstverst\u00e4ndlich so lang, dass man sie als quasi unendlich lang bezeichnen k\u00f6nnte. Das Fallen der Bibliothekare wirft die Frage auf, in welche Richtung sie fallen. Wo ist unten in dieser Bibliothek, die unvorstellbar viel gr\u00f6\u00dfer ist als unser Universum? Unten ist dort, wo die Gravitation einem die F\u00fc\u00dfe hinzieht. Solange man sich nicht genau im Mittelpunkt der Bibliothek befindet, nimmt man die Richtung zum Mittelpunkt als\u00a0<em>unten<\/em> wahr. Da die Luftsch\u00e4chte nicht alle Richtung Mittelpunkt f\u00fchren, sondern der architektonischen Beschreibung nach parallel zueinander zu verlaufen scheinen, betrachten wir im Folgenden der Einfachheit halber den einen Schacht, der durch den Mittelpunkt geht. Ein Bibliothekar, der in diesen hineingeworfen wird, erreicht irgendwann den Mittelpunkt, durchquert ihn und wird anschlie\u00dfend langsam abgebremst, bis er sich wieder in dessen Richtung bewegt. Das ganze wiederholt sich wie eine Pendelbewegung, bis der Leichnam in der Mitte der scheinbaren Unendlichkeit zur Ruhe kommt.<\/p>\n<p><em>Vorausgesetzt,<\/em> er ist in der N\u00e4he des Mittelpunktes in den Schacht geworfen worden, sonst l\u00f6st er sich vorher in seine Molek\u00fcle auf: Da der Durchmesser der Bibliothek 2,5 \u00d7 10<sup>1.845.199<\/sup>\u00a0so gro\u00df ist wie der des Universums, wird der Leichnam fast sicher so weit vom Mittelpunkt entfernt seinen Sturz beginnen, dass er sich \u2013 wie im Zitat aus der Erz\u00e4hlung beschrieben\u00a0\u2013 im Fallen aufl\u00f6st. Die Autolyse seiner Zellen und andere chemische Zersetzungsprozesse werden sein Fleisch aufweichen, w\u00e4hrend Staub, Dreck und Fasern sich im Wind des Falles unsichtbar von seiner Kleidung l\u00f6sen. Vermutlich wird sein Fleisch im Zustand halber Verwesung durch den steten Luftstrom ausged\u00f6rrt und mumifiziert. Nachdem sich die Kleidung komplett aufgel\u00f6st hat, wird das staubtrockene Fleisch nach und nach im Wind verstreut, danach das Skelett abgetragen; wobei dieser Vorgang f\u00fcr menschliches Empfinden sehr lange dauern wird, in den Dimensionen der Bibliothek jedoch nicht einmal einen Augenblick.<br \/>\nSchlie\u00dflich werden all die Molek\u00fcle aller verstorbenen Bibliothekare sich im Mittelpunkt sammeln und eine\u00a0\u2013 aufgrund der nahezu perfekten Durchmischung homogen wirkende \u2013 ungef\u00e4hr kugelf\u00f6rmige Masse formen, solange dies der Durchmesser des Schachtes zul\u00e4sst.<\/p>\n<p>Das von Borges beschriebene Sterben und die Aufl\u00f6sung der Bibliothekare stehen im Gegensatz zur Ewigkeit der Bibliothek. Dem nachdenklichen Leser wird vielleicht aufgefallen sein, dass sich auch s\u00e4mtlicher Staub der Bibliothek in der Mitte sammeln m\u00fcsste. Doch woher sollte dieser kommen? W\u00fcrde sich auch nur gelegentlich ein Molek\u00fcl von den B\u00fcchern oder der Bibliothek selbst l\u00f6sen, so w\u00fcrde sie unweigerlich zerfallen. Sie muss unzerst\u00f6rbar sein; das wird im Folgenden noch eine Rolle spielen.<\/p>\n<p>Die Gravitation ist bereits angesprochen worden. Das Problem ist ihre St\u00e4rke. Da die Bibliothek zum Gro\u00dfteil aus Luft besteht, sch\u00e4tze ich grob ab, dass etwa 25 Erddurchmesser von ihrem Mittelpunkt entfernt die Gravitation bei 1 g (also Erdschwerkraft oder Erdbeschleunigung) liegt, weil man dann 25 Erddurchmesser &#8222;mehr Bibliothek&#8220; mitsamt ihrer Masse unter sich hat als \u00fcber sich. Je weiter man sich vom Mittelpunkt entfernt, desto st\u00e4rker wird dieses Ungleichgewicht zwischen der Masse unter und der \u00fcber sich, desto st\u00e4rker wird also die Gravitation. Diese bekommt selbstverst\u00e4ndlich nicht nur jeder Bewohner (aufgrund der unbegrenzten Aufenthaltsdauer kann man sie nicht <em>Besucher<\/em> nennen) zu sp\u00fcren, sondern auch die W\u00e4nde und Decken der Bibliothek selbst. Die Intuition sagt einem, dass sie ab einer gewissen Gravitation nachgeben und zum Mittelpunkt st\u00fcrzen m\u00fcssten, wobei sie alles mit sich rei\u00dfen und sich so verdichten m\u00fcssten, dass ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzes_Loch\">Schwarzes Loch<\/a> entst\u00fcnde. Doch w\u00e4re selbst der feinste Riss im Gem\u00e4uer ein Zeichen f\u00fcr die L\u00f6slichkeit der Molek\u00fcle voneinander; einer L\u00f6slichkeit, die es nicht geben kann, da sie im Widerspruch zur ewigen Existenz der Bibliothek st\u00fcnde.<br \/>\nDie Expeditionen durch die Bibliothek blieben unter dieser physikalischen Betrachtung auf die Bereiche beschr\u00e4nkt, in denen ein Mensch die Schwerkraft noch ertragen k\u00f6nnte.<\/p>\n<h3>Verweise<\/h3>\n<h4><a href=\"https:\/\/libraryofbabel.info\">Die Bibliothek von Babel online<\/a><\/h4>\n<p>Dass hier das lateinische Alphabet verwendet wird, ist nicht ganz werkgetreu, aber angemessen. Selbstverst\u00e4ndlich sind die B\u00fccher nicht gespeichert, die jeweilige Seite wird in dem Moment generiert, in dem man sie aufruft. Augenscheinlich funktioniert diese Seite, indem die Inhalte als Zahlen kodiert werden. Aus dem Grund sind die URLs zu den Seiten \u00e4hnlich lang wie die Seite selbst (siehe dazu meine Anmerkung &#8222;Verzeichnisse anderer B\u00fccher&#8220;), wobei sie anscheinend die jeweilige Seite mit der Basis 36 kodieren, was noch stark optimierbar w\u00e4re. <a href=\"https:\/\/libraryofbabel.info\/book.cgi?0rtgwxryivt4q43xfuqw9yhabb8tqbly3gmtdpef916gtsn98bitx8vqtnrnzc3typ4feeiixbfpxj5z72zcp4qn75ivaae52isgb70zylwzfwtd3qyodzuc78utysj3dfinw2mbtj5w3vpo3dx1acy2af3dr1thltzabi33j9s3vs0z2d77xhn4m8tr0h376a0ozyu4e88xb0h6h6f9hbhbi084vx90i5ailyabbcb2xg9pryfqqxccf76g517ufe5uuxfdtsbv3bq2hpeqcvduogvi6g3jne730dzazh4ul368gbtdvg8duelefpfjexgtrkb9gbs388d6pok34ogo8xwaal9kzgbnrt1zyolugik2u7deor9hu01e7kj11vy4tz1atkq3r7qgwam5wpuozpytauiiwuvzc86gpb7x0tr49vhlu0meizyuzgm2sngjpj51ih7asakd82rw8u9ukxr8tjhsz0d9y19eio4byiswehmu5qzehi8zg3966k0kw942h7pfhfwy0c793e7q7tt8vu6clarbhzmxeh7za11vvchhg3b5jsr10ltg2yr4qjwg3jnjxgh8v4lhd9odhje4uvx0bsmko27niw9lo6xr59bnddoujnknn8xokdmq558gg9bxsxb4xvs80rnfdlzr767yjpt33y26xankff3zus3ae1wcqek4qwt6p2pmx170vu3cvv8q1v439pz2zd789nzd4jkznx07eint20bodnpjyzmker0wptxx2b2wdo3nsyo2u7t8v3ppyezi14z5vge3b908l77dmx1mi0jzitzn1eomrldq7yc5f1uslt4a3hi4w97awzy2jfpr462x5dksa009bjg9mb34k46l3ynfiaxkboa5rhwap5c99h6gdvetblbmx2iw777mhvk57ilod7uh476696c17c068ti3o2xvtgqm732c4rgzgaud0k6dw2yrza7s6jf3781guiccqo28ktswivvbxat737joyn3szhl7of2faaultx2akfwm5evt8553ymt0tbk7feju0cxjjedoppygf12wk68ng68wykxmknkkr955jugm38489dtl87y48121cv6539t4hctxzj65mt2os929uk4ustl02lswo8zv8yc7ie7im7sbt1gno8fixxt11zkv92hsdug4xz8bt2zmnk5rea94r6e04trs938sj22wkkurclcd8posxuog3svpvmrwymcljvamp1ulywvaldil3n9h452qls1npeth2o3t21br3zmuv974hk3a7o62a0r37jp2emtudot89o7w7egt0bq9v3pwmd9oaba2g7o4hshtke8segexaxun6i6icnj4e1xs2ysdtjz1e3jbeilu17tbrnkg9nzwvj3az4u9as3kj8nx8q1rhe7lr0btsm7cwospe9wqyw18k9uq2g4px8otiq8f5koms51exrr2pzv40ba0dw62jeuy5oilof8bowqhjh8nwem6tfoqnbsibyq75iqzr3gcii231vywprxbl8ymm91ym1cn2cjowmbzcltebvtp9ihdh80v8zd0kie90q94ead03qlvbfn4idrkwerjs3t66z9dphvu7j994lke00tuxmdq1lw14qr789ivalnwhzynpj7n6n9bjmo1aiqxhwntgdfise2dx20mavs47ps4yktxe2tip5v4avq72rtgbhjxtjjuzbd0rrdkhyb679v7quxa6fnr146wi1zfmoc10ro0oj91ea8yklqajquju7tqy5xfgf2rwwh3phklnj793p4vkuaj1smqh131n0nre5t60s8j4d55zv3un3ncr6u342idbywv3kgkfx0bycf4jr3rv9i4bbsmhrlaiqxkrpwjkf1ygk931swd5567v389945qggr9jc5hxnfxo2ikiehc4jlcdwb-w3-s2-v25:1\">Dies ist eine zuf\u00e4llige Beispielseite<\/a>.<\/p>\n<p>Man kann in der Bibliothek auch bestimmte Texte suchen. Ich vermute, dass im Hintergrund der Suchtext in eine Zahl umgewandelt wird, die dann als Faktor in der Zahl erscheinen muss, die die Seite kodiert.<\/p>\n<h4><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Tar-Mortar-Library-Babel-Totality\/dp\/1947447505\/ref=sr_1_1\">Tar for Mortar &#8211; &#8222;The Library of Babel&#8220; and the Dream of Totality<\/a><\/h4>\n<p>Dies ist ein etwa 100-seitiges Buch, das vom Entwickler der oben genannten Onlineversion der Bibliothek von Babel geschrieben wurde. Es ist am 13. M\u00e4rz 2018 erschienen.<\/p>\n<h2>Conclusio<\/h2>\n<p>Die Kombinationen aller Zeichen in den B\u00fcchern lie\u00dfen sich zwar nacheinander erzeugen. Die Bibliothek von Babel sch\u00f6pft ihre Faszination jedoch daraus, dass alle M\u00f6glichkeiten gleichzeitig physisch existieren. Hinzu kommt der unergr\u00fcndliche und mystische Zufall: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Bewohner bei seinem ersten Griff ins Regal ein Buch nimmt, das tats\u00e4chlich Gedanken enth\u00e4lt, die das Schicksal der Menschheit<span id='easy-footnote-3-208' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/2018\/12\/04\/die-bibliothek-von-babel\/#easy-footnote-bottom-3-208' title='Welche Schicksale die Menschheit haben k\u00f6nnte, wenn die Bibliothek das Universum darstellt, wird in der Erz\u00e4hlung nicht gekl\u00e4rt. Die Bez\u00fcge zum gnostischen Evangelium des Basilides, der Mythologie der Angelsachsen und der verlorenen B\u00fccher des Tacitus (siehe weiter oben) verraten eine auf r\u00e4tselhafte Weise bestehende Verbindung zu der Welt, wie wir sie kennen; eine Verbindung, die streng genommen nicht m\u00f6glich sein sollte. Bedeutung h\u00e4tte nur, was in der Bibliothek geschieht und ist.'><sup>3<\/sup><\/a><\/span> \u00e4ndern, die vielleicht ein Mensch nie h\u00e4tte ersinnen k\u00f6nnen, ist gr\u00f6\u00dfer als 0.<\/p>\n<p><strong>Fu\u00dfnoten<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Falls mich die Erinnerung nicht tr\u00fcgt, wurde ich auf den von mir sehr verehrten Autor Jorge Luis Borges durch die Erz\u00e4hlung Die Bibliothek von Babel\u00a0aufmerksam.&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/2018\/12\/04\/die-bibliothek-von-babel\/\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">Die Bibliothek von Babel<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,8,9,21],"tags":[],"class_list":["post-208","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gedanken","category-literatur","category-philosophie","category-sprache","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/208","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=208"}],"version-history":[{"count":30,"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/208\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":909,"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/208\/revisions\/909"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=208"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=208"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinterdemnebel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=208"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}